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Dienstleistungen
Workshop von Gerhard Foth und Beat Gubelmann anlässlich des ISIS)-Seminars vom 05. Februar 2025 mit dem Titel «Dienstleistungen»
Die S-Gruppe entwickelt und vertreibt Industrieroboter. Die Muttergesellschaft M hält sämtliche relevanten Patente und stellt den Tochtergesellschaften A, B und C technische Dokumentationen, Schulungsunterlagen und Engineering-Drawings zur Verfügung. Zusätzlich unterstützt ein Team von Ingenieuren bei M die Tochtergesellschaften bei der technischen Implementierung und Anpassung der Roboter an Kundenbedürfnisse. Die Leistungen werden bisher als "Technical Services" mit Cost Plus 5% verrechnet.
Die P-Gruppe stellt hochspezialisierte Messgeräte her. Die Tochtergesellschaft D entwickelt die Software für diese Geräte. Neben der eigentlichen Softwareentwicklung unterstützt D auch die anderen Gruppengesellschaften bei IT-Support Themen und betreibt die Firmen-Website. Sämtliche Leistungen werden mit Cost Plus 5% verrechnet.
Die R-Gruppe führt eine neue Konzernstrategie ein. Die Muttergesellschaft M beauftragt dafür eine renommierte Strategieberatung. Die Kosten sollen auf alle Tochtergesellschaften umgelegt werden. Die neue Strategie sieht vor, dass sich die Gruppe künftig auf das Premium-Segment konzentriert. Die Tochtergesellschaft E bedient jedoch ausschliesslich preissensitive Märkte in Schwellenländern.
Die Tochtergesellschaft C der bekannten T-Gruppe benötigt einen Bankkredit. Eigentlich hat C eine relativ schwache Bilanz und kann praktisch keine Sicherheiten stellen. Die Bank vertraut jedoch darauf, dass die bekannte T-Gruppe ihrer Tochtergesellschaft im Fall des Falles beispringen würde, verzichtet darum auch ohne formelle Bürgschaft auf die eigentlich erforderlichen Sicherheiten und gewährt der C das Darlehen zum vorteilhaften Zinssatz von 4% anstatt der eigentlich fälligen 6%.
Die Muttergesellschaft M der T-Gruppe erfährt durch einen Mitarbeiter der C, dass bei C im vergangenen Jahr einige Unregelmässigkeiten zu verzeichnen waren und offenbar verschiedene Kontrollprozesse im Finanzbereich nicht wie von M vorgesehen eingehalten werden. Aus diesem Grund beschliesst M, eine Internal Audit Abteilung aufzubauen, um in Zukunft sicherzustellen, dass bei den Tochtergesellschaften A, B und C alles so läuft, wie M sich das vorstellt.
Die T-Gruppe erbringt mit ihrer Finanzabteilung zentral diverse Leistungen für ihre Tochtergesellschaften. Gerne möchte die T-Gruppe möglichst viel an die Tochtergesellschaften für diese Leistungen verrechnen. Unlängst hat die Muttergesellschaft M für diverse Beratungsleistungen im Finanzbereich einen externen Dienstleister beauftragt – für diese Leistungen wurde ein durchschnittlicher Stundensatz in Höhe von CHF 200 vereinbart. Gemäss M sind die Leistungen im Wesentlichen vergleichbar mit den intern für die Tochtergesellschaften erbrachten Leistungen.
Die T-Gruppe vertreibt über ihre Tochtergesellschaften Maschinen an Kunden. Die Tochtergesellschaft C erbringt in diesem Zusammenhang auch Service-Leistungen an die Kunden. Service-Leistungen, die sich auf spezielle digitale Sensoren in den Maschinen beziehen und den Kunden dann diverse Informationen in Dashboards zur Verfügung stellen, sind zwar in den allgemeinen Service-Verträgen der C mit ihren Kunden enthalten, werden aber nur von der Muttergesellschaft M erbracht, da nur dort das entsprechend qualifizierte Personal angestellt ist. Aus diesem Grund wird eine interne Verrechnung dieser Service-Leistungen von M an C benötigt.
Die T-Gruppe hält zentral bei M eine Abteilung vor, welche die Tochtergesellschaften bei der Kundenakquisition unterstützt. Dabei werden zum einen allgemeine Unterstützungsleistungen erbracht, wie z.B. Verkaufsschulungen und das allgemeine Aufbereiten von Verkaufsunterlagen. Zum anderen werden die Tochtergesellschaften bei grösseren Projekten gezielt unterstützt, z.B. durch Unterstützung bei der Projektkalkulation, Dry-Runs für konkrete Verkaufsgespräche, etc.
Die T-Gruppe erbringt in der Muttergesellschaft M auch eine Vielzahl administrativer Leistungen an die Tochtergesellschaften, z.B. im Finanzbereich, im Personalwesen, der IT, im Rechtsbereich. Die Mitarbeiter führen in der Regel keine detaillierten Zeitaufschriebe.
Für die allgemeinen Leistungen, welche die Muttergesellschaft M innerhalb der T-Gruppe erbringt, soll ein konzerninterner Vertrag ausgearbeitet werden. Ein erster Vorschlag ist relativ kurz, und die Rechtsabteilung der T-Gruppe, welche den Vertrag zur Durchsicht auf dem Tisch hat, ist wenig begeistert, sieht der Vertrag doch wesentlich anders aus als typische Dienstleistungsverträge mit den externen Kunden der T-Gruppe.
Die T-Gruppe möchte für ihre Tochtergesellschaft C, welche in Deutschland ansässig ist, eine Verrechnungspreisdokumentation erstellen. Dabei sollen auch die konzerninternen Dienstleistungen, welche die Muttergesellschaft M an die C erbringt, abgedeckt werden. Auch möchte die Gruppe dafür sorgen, dass die Tochtergesellschaften bestmöglich auf die nächste Steuerprüfung vorbereitet sind.